Bitte beachten Sie, dass es sich bei den nachstehenden Informationen um eine Hilfestellung handelt, die jedoch keinesfalls den Besuch bei einem Tierarzt ersetzen kann.

 

Sofern Sie die Möglichkeit haben, ein Erste-Hilfe-Seminar für Tiere zu besuchen, so können wir Ihnen dies nur wärmstens empfehlen. Praktische Übungen unter Anleitung sind durch keine Theorie zu ersetzen.

Eine gute Beziehung zu Ihrem Hund ist eine sehr wichtige Voraussetzung, um Ihrem Hund im Falle einer Verletzung helfen zu können.

Trainieren Sie verschiedene Untersuchungen regelmäßig mit Ihrem Hund, damit diese für ihn zur Routine werden und belohnen Sie ihn für ruhiges Verhalten.

 

In einer Tier-Hausapotheke sollten u. a. nicht fehlen: 

  • Fieberthermometer
  • Zeckenzange
  • Kohletabletten
  • Mullverbände
  • Zinksalbe
  • Pinzette 

Verabreichen Sie niemals Medikamente für Menschen an Tiere, ohne dies vorab mit Ihrem Tierarzt abgesprochen zu haben.

 

Viele Medikamente, wie z.B. Schmerzmittel, Herzmedikamente und Rheumamittel können bei Tieren schwerste Nebenwirkungen auslösen, da sie beim Tier - wenn überhaupt - in ganz anderer Dosierung verabreicht werden.

 

Es gibt eine Vielzahl homöopathischer Mittel, die sehr oft eine sinnvolle und auch kostengünstigere Alternative zu teuren pharmazeutischen Produkten sind. Fragen Sie Ihren Tierarzt immer nach Alternativmethoden, es muss nicht immer die chemische Keule sein.

 

Im Falle eines (UN)Falles

In Notfall wählen Sie den Feuerwehrnotruf 112. Verletzte Tiere werden von der Feuerwehr kostenlos geborgen.
Bei drohender Gefahr sind Sie berechtigt, Tiere z.B. aus einem Auto zu befreien.

 

- Sichern Sie die Unfallstelle, z.B. durch ein Warndreieck.
- Schützen Sie sich selbst,

  z.B. durch Anlegen von Maulkorb/Maulschlaufe oder durch Einwickeln in eine Decke.
- Bergen Sie das Tier mit Hilfe einer Decke oder Unterlage aus dem Gefahrenbereich.

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Sicherung der Vitalfunktionen - einfaches ABC

A (airway) - Atemwege freimachen, Zunge herausziehen, Erbrochenes / Fremdkörper entfernen, Kopf tieflegen

B (breathing) - Atmung überprüfen und ggf. beatmen

C (circulation) - Herzschlag und Puls überprüfen und ggf. Herzdruckmassage machen

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Beurteilung des Zustandes

Schmerzäußerung: zeigt sich u.a. durch Winseln, Stöhnen, sehr heftiges Hächeln und Schmatzen, kläglichem Miauen - meist nach Abklingen des Schocks

Bewusstlosigkeit: Herzschlag und Atmung sind erhalten, jedoch zeigt das Tier keine Reaktion auf äußere Reize, die Muskulatur ist erschlafft, Kot- und Urinabsatz treten auf

Schock: das Tier hat blasse Schleimhäute und kalte Gliedmaße (durch Zentralisation des Kreislaufes), es besteht die Gefahr des Sauerstoffmangels im Gewebe bei Blutverlust, Herzversagen, Austrocknung, Allergien

Tod: das Tier zeigt keine Atmung (Schnappatmung kurz vor Eintritt des Todes), keine Herztätigkeit und keine Reflexe (z. B.Lidschlussreflex) mehr, der Körper ist völlig erschlafft

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Untersuchung des Tieres (Normalwerte)

Die Körpertemperatur eines erwachsenen Hundes liegt bei 37,5 - 39 °C (rektal gemessen), bei Welpen und Katzen bei bis zu 39,5°C.

 

Die Atemfrequenz eines großen Hundes liegt bei ca. 20-30 Atemzügen pro Minute, bei kleinen Hunden und Welpen bei ca. 30-60/Min und bei Katzen bei bis zu 80/Min.

Der Pulsschlag (= Herzschlag) eines großen Hundes liegt bei ca. 80 Schlägen pro Minute, bei kleinen Hunden und Welpen bei ca. 80-120/Min. und bei Katzen bei bis zu 160/Min.

 

Die Schleimhäute eines gesunden Tieres sind rosafarben und glänzend.

Blasse Schleimhäute treten auf bei Kreislaufschock, akutem Stress, niedrigem Blutdruck und Blutarmut.
Blaue Schleimhäute sind ein Hinweis auf Atemnot, Herzerkrankungen und Unterkühlung.

 

Tipp: Ermitteln und notieren Sie sich die Normalwerte Ihres Tieres, so können Sie im Notfall Abweichungen leichter feststellen.

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Tragen eines Hundes / einer Katze

Greifen Sie das Tier vor den Vorderbeinen und hinter den Hinterbeinen, um es hochzuheben. Große und schwere Tiere lassen sich leichter auf einer Decke transportieren.

Bei Verdacht auf Lähmungen oder schwere Verletzungen sollten Sie das Tier auf einer harten Unterlage wie einem Brett, einem Tablett oder auch einer Hutablage transportieren.

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Wundversorgung

- Spülen Sie die Wunde mit klarem Wasser und desinfizieren Sie sie anschließend.
- Decken Sie die Wunde mit Wundauflagen ab.
- Polstern Sie die Wunde. Bei Pfotenverbänden bitte unbedingt auch die Zehenzwischenäume auspolstern.
- Fixieren Sie Wundauflage und Polster mit einer Binde.
- Sofern nötig, können Sie mittels einer Zeitschift, Papprolle o.a. eine Schiene bauen.

Brustverletzungen
Bei Brustverbänden verbinden Sie die Wunde in Achtertouren vor und hinter den Vorderbeinen, damit der Verband nicht verrutscht.

Bauchwunden
Um Bauchwunden zu verbinden, schneiden Sie 4 Löcher in ein Handtuch, stecken die Beine durch die Löcher und schließen das Handtuch auf dem Rücken mit Sicherheitsnadeln.

Oberflächliche Wunden
Tupfen Sie Schmutz ab, desinfizieren Sie die Wunde und decken Sie sie möglichst ab.

Pulsierende Blutungen
Binden Sie mit Hilfe eines Knebelverbandes das ganze Gliedmaß ab. Sofern die Wunde weiter blutet, legen Sie einen weiteren Verband über den Knebelverband an (lösen Sie diesen nicht wieder).
Lassen Sie den Knebelverband jedoch keinesfalls länger als eine halbe Stunde angelegt !!! (Hilfsmittel: Gürtel; Krawatte; Schnürsenkel)

Bissverletzungen
Diese sind oft sehr tief und schlecht sichtbar. Säubern und desinfizieren Sie die Wunde (jedoch nicht spülen) und lassen Sie sie unbedingt von einem Tierarzt kontrollieren.

Pfotenverletzungen
Schnittwunden an Ballen bluten immer sehr stark.

Säubern Sie die Wunde vorsichtig, legen Sie einen Pfotenverband an und suchen Sie den Tierarzt auf.

Abgebrochene Krallen
Meist kann der abgebrochene Teil der Kralle problemlos weggeschnitten werden. Legen Sie anschließend einen Pfotenverband an.

Knochenbrüche / Verstauchungen
Gehen Sie immer zum Tierarzt, da die Gefahr eines Kreislaufschocks besteht. Ein Verband ist nötig bei offenen Brüchen und wenn ein Bein lose herabhängt. Ein Verband wäre nicht nötig, wenn das Tier nur auf drei Beinen läuft.

Perforierende Verletzungen durch Fremdkörper
Ziehen Sie den Fremdkörper niemals heraus, da die Gefahr von Verletzungen und größeren Blutungen besteht. Stabilisieren Sie den Fremdkörper in seiner Lage und fahren Sie sofort zum Tierarzt!
  

Fremdkörper im Auge
Lose Fremdkörper können Sie herausspülen oder vorsichtig abtupfen, festsitzende Fremdkörper bitte umbedingt belassen und sofort den Tierarzt aufsuchen!

Fremdkörper im Fang
Versuchen Sie, den Fremdkörper möglichst zu entfernen. Stöcke ggf. durchschneiden, runde Fremdkörper
können evtl. mit einer Zange oder einem Korkenzieher entfernt werden.

Verätzungen am Auge
Spülen Sie das Auge mindestens 15 Minuten mit lauwarmem Wasser, da hier die Gefahr der Erblindung besteht !! Suchen Sie dann umgehend einen Tierarzt auf.

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Hinweise zu allgemeinen Erkrankungen

Durchfall
Bei erwachsenen Tieren das Futter (nicht jedoch das Wasser!) für 12 Stunden entziehen. Anschließend zwei Tage eine Diät aus Reis (Milchreis mit Wasser gekocht, da herkömmlicher Reis dem Körper Wasser entzieht) mit Magerquark oder Hüttenkäse füttern. Bei schweren Durchfällen oder gestörtem Allgemeinbefinden bitte sofort den Tierarzt aufsuchen!

Verstopfung
Bei gutem Allgemeinbefinden können Sie versuchen, die Verdauung mit Hilfe einer Diät aus Sauerkraut und gekochtem Fleisch wieder in Gang zu setzen. Wird innerhalb eines Tages kein Kot abgesetzt oder verschlechtert sich das Allgemeinbefinden, gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt, es besteht die Gefahr eines lebensgefährlichen Darmverschlusses!

Erbrechen
Verfahren Sie wie bei Durchfall. Bei anhaltendem Erbrechen oder schlechtem Allgemeinbefinden gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt!

Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt
Suchen Sie bitte unmittelbar nach dem Verschlucken eines Fremdkörpers einen Tierarzt auf. Solange sich der Fremdkörper noch im Magen befindet, kann er oftmals ohne Operation entfernt werden. Geben Sie dem Tier keine Salzlösung, um Erbrechen auszulösen.

Darmverschluss
Symptome eines Darmverschlusses sind ständiges Erbrechen, Bauchschmerzen, geringe Mengen schleimigen Durchfalls sowie ein schlechtes Allgemeinbefinden. Suchen Sie bei heftigem Erbrechen einen Tierarzt auf! Versuchen Sie nicht, durch eine Diät selbst zu behandeln.

Magendrehung
Hier verdreht sich der Magen komplett um seine Längsachse. Symptome einer Magendrehung sind Erbrechen, ein zunehmend aufgeblähter Bauch,
flache und schnelle Atmung sowie ein sich rasch verschlechterndes Allgemeinbefinden.
Hier besteht akute Lebensgefahr !! Gehen Sie SOFORT zum Tierarzt !!

Hitzschlag
Hier liegt eine Störung der Wärmeregulation durch unzureichende Wärmeabgabe vor, die Körpertemperatur steigt auf Werte über 40°C an. Symptome sind starkes Hecheln, Durst, Erschöpfung, ein heißer Körper, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Bieten Sie dem Tier Wasser an und hüllen Sie es in nasse, kühle Tücher oder Decken ein. Bringen Sie das Tier umgehend zum Tierarzt!

Vergiftungen
Bieten Sie dem Tier Wasser an. Sofern es bei Bewusstsein ist, können Sie Kohletabletten geben. Nehmen Sie Reste, Erbrochenes oder die Verpackung mit zum Tierarzt. Keinesfalls Brechmittel verabreichen!
Schädliche Substanzen auf der Haut können Sie mit Spüllösung abwaschen.

Entzündungen der Haut
Zur Beruhigung der entzündeten Stelle können Sie einen kühlenden Umschlag machen. Konsultieren aber bitte dennoch den Tierarzt, um die Ursache abklären zu lassen.

Entzündungen des Ohres
Symptome hierfür sind Kratzen am Ohr, Kopfschütteln, Kopfschiefhaltung oder auch unangenehmer Geruch aus dem Ohr. Schauen Sie in das Ohr und leuchten Sie ggf. mit einer Taschenlampe hinein. Einen Fremdkörper können Sie mit einer stumpfen Pinzette entfernen. Sofern das nicht gelingt oder eine Rötung zu sehen ist, sollten sie unbedingt zum Tierarzt gehen.

Starke Verunreinigungen und Parasiten sitzen häufig sehr tief; eine medikamentöse Spülung empfiehlt Ihnen Ihr Tierarzt.

Insektenstiche
1-2 Stiche von Bienen oder Wespen stellen in der Regel kein Problem dar. In leichten Fällen können Sie mit Eis kühlen. Bei Stichen im Mund- und Rachenraum, bei bekannten Allergien oder starken Beschwerden suchen Sie bitte sofort den Tierarzt auf!