Zu Besuch bei Kefalonia Animal Trust (KAT)

Fast jedes Jahr fährt das Ehepaar Thurau, mit ihrem Wohnmobil und eigener Hündin, in den Urlaub auf die griechische Insel Kefalonia.

Schon öfters haben Sie Claudia Stelatou geholfen, in dem sie dann einen Hund von dort mitgenommen und ihrer Endstelle oder Pflegestelle übergeben haben.

Dieses Jahr haben sie auch etwas Urlaub geopfert , um uns ein paar Bilder über die aktuelle Lage auf Kefalonia zu senden und zu berichten, wie so ein Tag im Leben von Claudia, Linda und Pat abläuft.

Vielen lieben Dank, Beate und Karl-Heinz!

 

 

 

1 Teil

(Autor: Beate Thurau)

Hallo,

am 27.05.2011 sind wir - mein Mann, unsere Schäferhündin Tessi und ich - mit unserem Camper nach Kefalonia aufgebrochen. Durch eure Mithilfe und Spenden von meinen Kollegen konnten wir einige Sachen für Claudia und Linda vom KAT mitnehmen.

 



Nach drei Tagen sind wir in Bari/ Italien angekommen, von wo aus es mit dem Schiff nach Patras/Griechenland ging.



Am nächsten Tag hatten wir dann Griechenland erreicht und fuhren nach Kilini, um von dort mit der Fähre nach Kefalonia überzusetzen. Dort kamen wir in Poros an und fuhren weiter auch den Campingplatz in Sami.





Da wir bereits einige Male auf Kefalonia unseren Urlaub verbracht haben,
hier einige Bilder, auch aus früheren Jahren von der Insel:
























Trotz aller Probleme, die derzeit in Griechenland herrschen, wurden wir wieder sehr herzlich aufgenommen und haben uns sehr wohlgefühlt. Wer einen ruhigen Urlaub auf einer wunderschönen grünen Insel verbringen will, ist auf Kefalonia in Sami bestens aufgehoben. Etwas touristischer ist es dagegen auf der anderen Seite von Kefalonia in Scala, da diese Gegend mehr für Flugtouristen angeboten wird. Leider gibt es derzeit keine Direktflüge nach Kefalonia von Deutschland aus.

Über unser Treffen mit Claudia und Linda schreibe ich einen eigenen Bericht.
 

 

Claudia´s Tagesablauf

 

Üblicherweise beginnt ein Tag mit dem Weckerläuten um 05:30Uhr... in normalen Haushalten. Claudia darf auf einen Wecker verzichten, denn Bruno verschläft seinen Frühstückshunger nie!

Also schnell raus aus den Federn, denn ein hungriger Bruno ist kein guter Bruno ;-)

Anstatt Frühstück und dem dringend benötigten Morgenkaffee für Claudia gibt es also erstmal Frühstück für Bruno und seine 3 Hundekumpels Daisy, Peppino und Lotti und auch die Katzen sind hungrig und wollen versorgt werden.

Gegen 06:30Uhr beginnt für Claudia dann die richtige Arbeit - über Nacht sind wieder viele Emails eingegangen, die alle beantwortet werden müssen bzw viele Aufgaben für den Tag bringen. Das nimmt einiges Zeit im Anspruch und um 09:00Uhr geht es dann meist los... Tierschutz-Hunde und -Katzen von Linda oder den anderen Pflegestellen müssen zum Tierarzt gebracht werden zum Impfen oder weil sie krank sind oder ein Blutbefund ansteht... dann gibt es die Tiere mit Kastrationstermin, wo Claudia oft als Tierarztassistentin bei den Operation mithilft. Die teilweise recht weiten Entfernungen auf der Insel sollte man hierbei nicht ausser Acht lassen.

Nachmittags stehen dann die Führungen der deutschsprachigen Touristen durch die Auffangstation in Menegata, die von dem Ehepaar Dolman geführt wird, auf dem Programm und auch die Großpflegestellen werden gerne besichtigt. Danach heißt es sich wieder zu beeilen, denn wenn es einen Glücklichen gibt, der in ein neues Zuhause in Ö oder D ausreisen darf, muss die Fellnase fristgerecht zum Flughafen oder zur Fähre gebracht werden, falls er von der Nachbarinsel ausreist. Leider gibt es 2011 keine Flüge von Kefalonia nach Deutschland und so müssen die Hunde oft auf nach Zakynthos gebracht werden. Auch die Flugpaten werden von Claudia betreut.

Wenn dann noch Zeit bleibt, fährt Sie zu den Hunden, um die Neuzugänge zu fotografieren bzw die Hunde, die ein Update brauchen. Danach muss sie sich auch schon wieder nach Hause beeilen... denn: Bruno hat Hunger! Und ein hungriger Bruno ist... sie wissen schon ;-) Also das eigene Magenknurren geflissentlich überhören und das Abendessen für die vielen im Haus lebenden Vierbeiner zubereiten.

Spätestens jetzt würde jeder von uns hundemüde ins Bett fallen (was Bruno auch tut), auf Claudia aber wartet wieder der PC, mit vielen Emails mit noch mehr Fragen darin, die alle beantwortet werden möchten. Irgendwann ist auch das geschafft und Claudia hat Feierabend - oder sollten wir eher sagen Feiernacht? - und darf sich zur Ruhe begeben. Bis... ja, bis Bruno am nächsten Morgen wieder klingelt...  

Linda´s Tagesablauf


Linda steht jeden Tag im Morgengrauen auf, lässt die 18 Hunde, die bei ihr im Haus leben, in kleinen Gruppen in den Garten, wo sie ihre Geschäfte verrichten. In der Früh fährt sie dann nach Argostoli, wo oft ein Tierarztbesuch am Programm steht, vor allem im Sommer, um vermittelte Hunde auf Leishmaniose testen zu lassen, die nötigen Papiere für die Ausreise zu besorgen, Impfungen, Mikrochip und was sonst noch vorgeschrieben ist.
Danach holt sie von zwei Fleischhauern Fleischabfälle, die sie dann, zu Hause angekommen, mit Nudeln kocht. Das Kochen für so viele Hunde nimmt etwa drei Stunden in Anspruch! Dann fährt sie am Nachmittag zu den 2 Stellen, wo sie die übrigen Hunde untergebracht hat. Das eine Grundstück gehört Sofia, Janni´s Schwester, dort sind u.a. Krümels Brüder und Kanga, das andere ist die Schlucht, wo auf einem etwas höher gelegenen Terrain die neuen Hundezwinger errichtet werden.
Wenn Sofia kein Geld für Katzenfutter hat, dann füttert Linda die Katzen auch mit dem Fleisch-Nudelgemisch der Hunde.
Gegen Abend kommt sie dann zurück nach Hause, wo die restlichen Hunde gefüttert und versorgt werden.

Auch wenn sich diese Beschreibung von Linda´s Tagesablauf vielleicht eher unanstrengend und unspektakulär lesen mag, so sollte man die Begebenheiten wie weite Entfernungen und unzugängliches Gelände genauso wenig unterschätzen wie die enorme emotionale Belastung, die die Arbeit vor Ort mit sich bringt.

(Quelle: Tierfreunde Kefalonia)

 

 

 

2ter Teil...zu Besuch bei Claudia und Linda

(Autor: Beate Thurau)

"Im Urlaub holte uns Claudia ab, um uns mit zu Linda und Pat zu nehmen. Zuerst fuhren wir zu Linda. Dort empfingen uns schon die ersten 3 Hunde. Nachdem Linda uns vorgewarnt hatte, kamen auch die anderen Hunde bellend aus dem Haus. Kurze Zeit später wurden wir ziemlich niedergeschmust. Ein Hund war lieber als der andere. Die meisten Bilder sind schon für die Vermittlung eingestellt, wie Precilla und Aisha. Meinem Mann hatte es ganz besonders die Rottweilermischlingshündin angetan.






Anschließend fuhren wir mit zu dem Gelände von Linda, über das im Forum schon berichtet wurde. Dies Gelände ist sehr unwegsam, da es keine grade Fläche hat, sondern es sich eher um eine Schlucht handelt. Die Zwinger im Verhältnis zu deutschen Tierheimen noch sehr behelfsmäßig. Um die Hunde zu versorgen, muss Linda einige Höhenunterschiede überwinden. Bei Regen werden die schmalen Pfade schlammig und erschwert die Versorgung zusätzlich. Auch können Erdrutsche entstehen, die die Hunde und natürlich auch Linda gefährden.

















Da Linda nicht alle Hunde in ihrem Haus unterbringen kann, müssen auch immer Hunde in der Schlucht in den Zwingern leben. Da sie meist nur Kontakt mit Linda haben, sind sie Fremden gegenüber erst mißtrauisch. Sobald einer von diesen Hunden in die Vermittlung kommt, nimmt Linda diesen mit nach Hause, um ihn an das Leben im Haus und an Fremde zu gewöhnen. Dies klappt meistens sehr schnell.





























Um alle Hunde zu versorgen, ist Linda jeden Tag mindestens drei Stunden beschäftigt. Gefüttert werden oft Nudeln mit Fleischresten vom Metzger. Dies ist eine günstige Alternative zu richtigem Hundefutter, führt aber auch dazu, dass die Hunde nicht abgemagert aussehen. Allerdings haben wir nur einen etwas moppeligen Hund gesehen. Wie soll man aber bei ca. 30 - 40 Hunden die Kosten für richtiges Hundefutter aufbringen?

Anschließend sind wir zu Pat gefahren. Es ist bewunderswert, wie Pat und David das Tierheim noch in Schuss halten. Hier befinden sich auch noch einige Hunde, Katzen, Ziegen und ein Esel.




















Aber sowohl Linda als auch Pat sind auf Hilfe von außerhalb angewiesen. Die Kosten für die Unterbringung, Versorgung und Tierarztkosten steigen immer mehr und sind für einzelne Privatpersonen erdrückend. Ich kann Linda, Claudia und Pat nur bewundern, mit wieviel Herzblut sie bei der Sache sind. Ohne sie wären viele Tiere auf der ansonsten schönen Insel Kefalonia verloren."